Diabetes? Frag die Zuckertante!

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Glitazone

Pioglitazon

in Actos, Competact

derzeit das einzige Glitazon am Markt

Das war eine Revolution damals, als das Actos auf den Markt kam! Ein Medikament, das direkt an der Insulinresistenz ansetzt, ein Medikament, das die Insulin-Unempfindlichkeit so vieler Diabetiker direkt verbessert – das war sensationell!

Pioglitazon greift genau da in den Stoffwechsel ein, wo eine der Wurzeln für Diabetes liegt: An der Insulinunempfindlichkeit der Zellen (Insulinresistenz).

Insulinresistenz bedeutet, dass das Insulin nicht mehr richtig an den Körperzellen wirken kann. Das liegt daran, dass die Zellen unempfindlicher werden, so dass es das Insulin schwerer hat, Stellen (Rezeptoren) zu finden, an denen es andocken kann.

Weniger Insulin an den Zellen = weniger Zucker-Einstrom in die Zellen – Blutzucker steigt an.

Pioglitazon wirkt im Zellkern, es macht die Zelle wieder empfänglicher für das Insulin. Dann kann das Insulin, das der Körper noch selbst erzeugt, wieder besser wirken. Der Zucker im Blut wird weniger.

Das dauert aber eine Weile. Wenn man beginnt, Piogitazon (Actos) zu nehmen, muss man ein bisschen Geduld haben: Die Wirkung auf den Nüchternblutzucker sieht man oft schon nach einer bis zwei Wochen, die volle zuckersenkende Wirkung ist erst nach vier bis sechs Wochen da.  

Wer es nicht nehmen sollte

  • Patienten mit schweren Leberschäden
  • Manchmal bewirkt es Wassereinlagerungen, manche Diabetiker spüren das als “geschwollene Füße”. Daher darf es bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) nicht gegeben werden.
  • Menschen, die schon einmal eine Krebserkrankung der Harnblase hatten, sollen es nicht nehmen. Denn in einigen Studien hat man ein tendenziell höheres Risiko für Blasenkrebs gefunden. Die europäische Arzneimittelbehörde ist aber zu dem Schluss gekommen, dass die Vorteile des Medikamentes überwiegen. Weil es ein wertvolles Medikament zur Behandlung des Diabetes ist, und weil schlecht eingestellte Diabetiker wegen ihrer dauernd zu hohen Blutzuckerspiegel ein stark erhöhtes Risiko für Spätschäden des Diabetes, aber auch für Herzinfarkt und Schlaganfall haben.
  • Pioglitazon verschlechtert die Knochendichte. Besonders Frauen nach der Menopause haben, wenn sie Pioglitazon nehmen, ein leicht erhöhtes Risiko für Knochenbrüche, vor allem an den Oberarmen. Auch diese - seltene - Nebenwirkung hat die Behörden nicht dazu bewogen, das Medikament vom Markt zu nehmen. Aber Patienten mit Osteoporose sollten es nicht bekommen.
  • Nicht für Kinder, Jugendliche, Schwangere, stillende Mütter.

Diese lange Liste könnte einen schon misstrauisch machen. Trotzdem hat Piogitazon (Actos) seine Stelle als wertvolles Diabetesmedikament behalten, denn die andere Seite ist:

Pioglitazon ist eines der ganz wenigen Medikamente, die in einer großen Studie zeigen konnten, dass Patienten,die es nehmen, weniger oft Schlaganfälle bekommen. Und zwar in der “pro Active”-Studie: “Pioglitazone reduces the composite of all-cause mortality, non-fatal myocardial infarction, and stroke in patients with type 2 diabetes who have a high risk of macrovascular events.”

Nebenwirkungen

Schwellungen der Unterschenkel (Ödeme)

Stärkere Gewichtszunahme ( bei ca 5 % der Patienten) - meist auf die Wassereinlagerungen zurück zu führen.

Manchmal Übelkeit, Kopfschmerzen

Vor-/Nachteile

+   beeinflusst die Insulinresistenz günstig  

+   leichtes Senken der Fettwerte  

+   keine Erhöhung des Insulinspiegels  

+   keine Hypo-Gefahr, wenn alleine genommen  

-   manchmal leichte Gewichtszunahme  

-   unbedingt darauf achten, dass die Warnhinweise (siehe oben) ernst genommen werden.  

 

 

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