Diabetes? Frag die Zuckertante!

Diabetes? Frag die Zuckertante!

Schritt 13 Routine Kontrollen - alles gut im Griff

"Ach, Sie kommen wieder einmal zur Beratung...

... und um über Ihre Diabetes-Therapie zu reden - alles in Ordnung? Wie geht's Ihnen denn, was gibt's Neues? Tagebuch dabei? Darf ich sehen....ah ja.... huiii da wars hoch, mhm, ach ja, weshalb steht ja eh da...und Sie haben ja suuuper reagiert... und die Morgenwerte, die sind ja jetzt richtig gut.....ja, sieht so aus als hätten Sie das gut im Griff... sind Sie auch zufrieden? Hier die Werte der letzten Blutabnahme.... und beim nächsten Mal werden schon die jährlichen Kontrolluntersuchungen fällig: zum Augenarzt, zur Fußkontrolle."

...so könnte das klingen.

buecher diabetestagebuchDie 3-monatlichen Gespräche bei mir oder bei Ihrem Diabetes-Arzt, Ihrer Diabetes-Ärztin sollen Ihnen Rückmeldung geben, wie ein Außenstehender Ihre Blutzucker-Aufzeichnungen interpretiert. Für Ihren ganz persönlichen Diabetes sind Sie nun der "Spezialist" - niemand hat soviel wie Sie über Werte und Verläufe, über mögliche Ursachen für aus der Reihe tanzende Blutzuckerwerte nachgedacht. Ihr Arzt bringt sein Fachwissen ein, die Erfahrung aus vielen Diabetes-Protokollen und das genaue Wissen über die zu erwartende Wirkung von verschiedenen Medikamenten und Insulinen. Das ist, was die reine "Zucker-Einstellung" betrifft, mein ganzer "Vorsprung" - wenn man viele viele Protokolle gesehen hat, kann man Trends und sich abzeichnende Probleme schneller erkennen und Ideen entwickeln, wie man gegensteuern könnte.

pens vier stueckBei Therapie-Gesprächen mit gut informierten und erfahrenen Diabetikern sehe ich meine Aufgabe einerseits darin, Sie auf neue Entwicklungen aufmerksam zu machen - gibt es neue Messgeräte, Medikamente, Insuline und wäre da vielleicht etwas dabei, was Ihre Zucker-Einstellung erleichtern oder verbessern könnte? Andererseits möchte ich bei Problemen mit der Einstellung mit Ihnen gemeinsam versuchen, mögliche Lösungswege zu finden und Sie dabei mit meiner Erfahrung unterstützen. Das bedeutet dann oft, dass Sie ein neues Medikament, ein neues Insulin probeweise mitbekommen und ich Sie bitte, nach einigen Tagen per Mail oder telefonisch zu berichten, wie es so läuft... es ist nie möglich, exakt vorherzusagen was passieren wird, wie Ihr Körper, Ihr Diabetes reagieren wird - Diabetes behandeln bedeutet immer auch selbst dazulernen, Erfahrungen sammeln. Wenn Sie rückmelden, wie Sie mit der neuen Therapie zurechtkommen, können wir die nächsten Schritte planen.

Und wenn es einmal in Ihrem Leben sehr schwierig geworden ist, Sie kaum mehr den Zucker gemessen haben und auch die Tabletten-Einnahme nicht mehr regelmäßig war oder Sie nur mehr ziemlich wild und irgendwann Insulin gespritzt haben?

kalender mit blatt abgerissBitte, lassen Sie dann Termine bei uns, bei IHrem Diabetes-Arzt, Ihrer Diabetes-Ärztin  nicht einfach "platzen"... ich bin nicht dazu da, zu schimpfen oder zu rügen, das hat in einer Beziehung zwischen Erwachsenen keinen Platz. Es gibt Zeiten im Leben, da bringt man die Energie, die nötig ist, um den Blutzucker selbstständig und verantwortlich zu führen, kaum auf. Grad dann ist es wichtig, dass Sie Kontakt halten - wir können versuchen, eine einfachere Therapieform zu finden, die Sie weniger belastet.

Wenn Ihr Blutzucker durch unzureichende Behandlung stark schwankt oder dauernd zu hoch ist, macht Sie das müde, antriebslos und grantig - keine gute Voraussetzung, um mit ernsten Problemen fertig zu werden. Aus Erfahrung mit vielen Patienten in sehr belasteten Situationen kann ich Ihnen sagen, dass es fast immer möglich ist, eine Einstellung zu finden, die vielleicht nicht optimal ist, aber doch so gut, dass Sie nicht durch die schlechte Blutzucker-Einstellung noch zusätzlich belastet werden. Und wenn diese schwierige Zeit dann vorbei ist, und Sie wieder Kraft und Zeit haben, sich besser um Ihren Diabetes zu kümmern, dann feilen wir wieder an der "nahezu perfekten" Einstellung... also halten Sie den Kontakt, melden Sie sich und kommen Sie eher öfter als seltener!

zt kopf laecheltSo, und jetzt ziehen Sie los... in den ganz normalen Diabetiker-Alltag,
mit ein wenig Rauf und Runter, Freude und Ärger,
ausgerüstet mit guter Therapie,
ausgestattet mit dem Wissen, das Sie brauchen,
um mit außergewöhnlichen Situationen fertig zu werden
- vor allem mit den netten, wie Festessen im Familienkreis, Urlaub, Sport...

Alles Gute! Bis zum nächsten Mal!

 

 

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