Diabetes? Frag die Zuckertante!

Diabetes? Frag die Zuckertante!

Schritt 12 - die liebe Familie

Wer kocht? Es ist  auch für Familie und Partner nicht leicht,...

kueche topf mit schneebesen...plötzlich zu erfahren, dass Sie Diabetiker sind. Besonders wenn nicht Sie es sind, der oder die kocht liegt es nahe, die Verantwortung fürs "Diabetiker-Essen" an den "Koch des Hauses" zu delegieren. Und ja, es stimmt schon, dass jedes Familien-Mitglied über den Diabetes in Grundzügen bescheid wissen soll - deshalb sind immer Angehörige zu den Schulungen und besonders zur Diätberatung eingeladen.

Die Verantwortung dafür, was und wie viel Sie wann essen, wie oft Sie Ihren Blutzucker messen, wie genau Sie ihn dokumentieren, wie regelmäßig Sie Ihre Tabletten nehmen oder Insulin spritzen - das alles ist Ihre Verantwortung alleine! Da soll und darf Ihnen niemand dreinreden.

Es ist ein sehr vernünftiges Prinzzip: für die Behandlung Ihrer Erkrankung sind Sie, der Diabetiker, die Diabetikerin, selbst zuständig.

Aber bitte verstehen Sie auch, dass sich Ihr Partner, Ihre Partnerin Sorgen macht. Partner brauchen Information, um sich sicher zufühlen, z.B. über das aktuelle HBA1c. So lange da alles bestens ist, ist das ja auch meist kein Problem.

wenns nicht so gut läuft...

Wenn die Einstellung einmal nicht so gut ist oder ein wenig "aus dem Ruder gelaufen", dann wird's schwierig...

Es ist für Partner sehr schwer, dem anderen zuzusehen, wie der "Fehler" macht und nichts dazu zu sagen, weil Diabetes ja nun mal Sache des Diabetikers ist.

Es ist  für den Diabetiker extrem nervend, wenn der Partner dauernd erinnert, mahnt, reinredet, schulmeistert... viele Diabetiker reagieren dann genervt, gereizt, aggressiv oder ziehen sich zurück und möchten gar nicht mehr über den Diabetes reden. Weil der nun einmal ganz alleine ihre Sache ist.

blumenstock gelbe blumenAndererseits: ganz so einfach ist es nicht. Denn falls später einmal schwere Spätschäden kommen sollten, -  Blindheit, Dialyse, Amputation - dann betrifft das den Partner auch ganz massiv. Davor fürchten sich Partner oft sehr, und diese Sorgen machen das Zusehen so schwer, wenn ein Diabetiker sich   - und seinen Diabetes! - nicht gut behandelt.

Da kann ein Paar, eine Familie, in sehr belastende Situationen rein rutschen:

  • etwa, dass der Diabetes "tabu" wird - dass man ihn nicht ansprechen darf
  • dass der Diabeitker dauernd ans Testen erinnert werden muss oder - im Gegenteil-
  • dass er es sich verbittet ans Testen erinnert zu werden und
  • dass er aggressiv, beliedigend wird, sich trotzig zurück zieht
  • dass er die Verantwortung für zu hohe Werte dem zuschiebt, der "falsch gekocht" hat,...  oder
  • dass der der kocht es ablehnt sich mit den Grundlagen des Diabetes vertraut zu machen
  • dass Diabetes eine mächtige Waffe in Machtkämpfen wird....

Lassen Sie solche Probleme nie zu groß werden! Holen Sie sich Hilfe, bei einem Gespräch bei Ihrem Arzt, vielleicht bei einem Paar-Gespräch mit dem Arzt oder Sie wenden sich an Familienberater oder Psychotherapeuten.

Rückhalt in der Partnerschaft, in der Familie zu haben, hilft bei der Bewältigung der Krankheit. Diabetes ist eine Belastung - und ja, es gibt schwerere, viel schwerere. Aber eine Belastung für den Diabetiker, für die Familie bleibt es. Gut damit umzugehen kann Beziehungen stärken und schöner machen.

Bleiben Sie im Gespräch!

Lassen Sie Ihren Partner, Ihre Partnerin teilhaben an der Behandlung. Wenn immer möglich, nehmen Sie ihn oder sie mit zu den Routine-Kontrollen Schritt 13.

Anmeldung zum Newsletter