Diabetes? Frag die Zuckertante!

Diabetes? Frag die Zuckertante!

Schritt 11 - eine Einstellung für immer?

Nach ca 9 Monaten... fast schon Routine....

Nun sind schon einige Monate seit der Diagnose "Diabetes mellitus" vergangen und Sie haben nicht mehr das Gefühl, dass das alles neu ist für Sie. Sie haben sich an gesünderes Essen gewöhnt, auch das regelmäßige Messen des Blutzuckers ist schon selbstverständlich geworden. Sie achten einfach mehr auf sich und Ihren Körper. Viele Patienten sagen, wenn sie an die Zeit vor der Diagnose des Diabetes zurückdenken, dass sie nun bewusster und gesünder leben.

Je mehr Erfahrung Sie mit Ihrem Diabetes haben, umso genauer und spezieller werden die Fragen, die Sie mitbringen: da waren einmal höhere Werte während einer Erkrankung, oder tiefere bei schwerer Arbeit durch einige Tage - Sie haben nach einem Rückruf beim Arzt oder alleine versucht, die Therapie etwas anzupassen.

"Die Werte sollen so gut bleiben, wie sie jetzt sind!"

blueteEs kann gut sein, dass die Einstellung bereits stabil ist und dass der HBA1c-Wert schon in dem Bereich liegt, den Sie sich als Ziel vorgenommen haben - dann brauchen Sie jetzt an der Therapie nichts zu ändern, sondern die Aufgabe für die nächste Zeit ist: die Zucker-Einstellung soll so gut bleiben wie sie jetzt gerade ist!

Die Dinge ändern sich - immer

Aber auch die "schönste" Einstellung hält nie für "immer": der Bedarf Ihres Körpers an Insulin ändert sich immer wieder, durch mehr oder weniger Bewegung, durchs Älterwerden,  durch Änderungen im Körpergewicht und vor allem: durch das langsame Schwächer-Werden der Bauchspeicheldrüse...

Typ 2 Diabetes bleibt nicht "stehen", die Drüse wird immer schwächer, keine Therapie hält "für immer": die Behandlung  muss von Zeit zu Zeit angepasst werden.

Heilbar ists ja leider nicht

Typ 2 Diabetes haben bedeutet, dass die Bauchspeicheldrüse mit der Zeit immer weniger Insulin produzieren kann, sie wird schwächer. Traurig. Aber das ist so. Anfangs können Sie das vielleicht zur Gänze ausgleichen, durch Gewichtsabnahme, Bewegung, vernünftiges Essen. Aber der Krankheits-Prozess geht weiter, und irgendwann beginnen die Zuckerwerte wieder zu steigen. Beim einen früher, beim anderen später.

Die Ärzte können Sie nicht vom Diabetes heilen. Es kommt darauf an, dass Sie immer die genau jetzt passende Behandlung haben. Je nachdem, in welchen Stadium der Kránkheit Sie gerade sind. Das muss und wird sich immer wieder ändern...

Weiterhin Zucker messen

messgeraet rotSie sollten auch bei ausgezeichneten und stabilen Blutzucker-Werten nicht aufhören, den Blutzucker regelmäßig zu kontrollieren. Vielleicht reicht es, ein- oder zweimal in der Woche ein Tagesprofil zu machen, so können Sie sehen, ob alles in Ordnung ist und ob  Ihre Therapie so gut funktioniert wie immer. Wenn die Werte aber ansteigen sollten, werden Sie zuerst einmal an einem 2. und 3. Tag überprüfen ob das wirklich ein Trend ist und nicht nur ein einmaliger Ausrutscher, und wenn sich höhere Werte bestätigen, wenden Sie sich bitte auch vor dem vereinbarten nächsten Kontroll-Termin an Ihren Arzt!

Werde ich irgendwann Insulin brauchen?

pen gruenSehr wahrscheinlich ja. Weil die Drüse immer schwächer wird. Weil das nun einmal das Wesen der Krankheit ist. Und wenn die Bauchspeicheldrüse einfach nicht mehr genug Insulin erzeugen KANN, dann helfen irgendwann die Tabletten gegen Diabetes auch nicht mehr. Denn die unterstützen ja meist indirekt den Zucker-Stoffwechsel - oder sie versuchen, die Bauchspeicheldrüse "anzutreiben", mehr Insulin zu produzieren (die Sulfonylharnstoffe). Wenn die Drüse nicht mehr kann... dann wirken die Tabletten nicht mehr ausreichend.

Dann ist es Zeit, mit dem Insulin zu beginnen. Wann das sein wird - das kann Ihnen niemand sagen: Es gibt Typ 2 Diabetiker, bei denen die Krankheit schneller, und es gibt  welche, bei denen sie langsamer verläuft. Wie das bei Ihnen ist, das sehen Sie mit der Zeit.

Es gibt auch große Unterschiede, inwieweit Sie durch Lebensstil-Änderungen etwas bewirken können: Ein sehr stark übergewichtiger Mensch, der beginnt Gewicht zu reduzieren und sich zu bewegen, kann oft länger die Werte im fast normalen Bereich halten als jemand, der schlank ist und der immer schon Sport gemacht hat. Weil der Dünne, Sportliche, nicht mehr so viel Möglichkeiten hat seinen Stoffwechsel zu entlasten - wäre er dicker gewesen, hätte er sich weniger bewegt, wäre bei ihm der Diabetes vielleicht viel früher ausgebrochen... es bringt nichts, darüber zu spekulieren.

Viele, die meisten  Typ 2 Diabetiker müssen nach einigen Jahren mit Tabletten-Behandlung Insulin spritzen, um das Hormon-Defizit auszugleichen. Bei einigen wenigen funktionieren Behandlungen nur mit Tabletten, Diät und Bewegung jahrzehntelang. Da kommt es eher auf Ihr Lebensalter an, ob Sie noch Insulin werden spritzen müssen.

Wenn dann die Zeit fürs Insulin gekommen ist, trauen Sie sich drüber! Sie kennen sich nun schon gut aus mit dem Diabetes, und eins kann ich Ihnen hier schon sagen: Insulin Spritzen tut viel weniger weh als sich in den Finger zu stechen zur Zucker-Kontrolle!

Näheres zur Insulin-Therapie finden Sie hier und hier.

Diabetes betrifft Sie nie alleine. Auch Ihre Angehörigen werden sich damit beschäftigen, sie werden wissen wollen, wie es Ihnen geht, wie sie Sie unterstützen können, und sie werden sich Sorgen machen. Deshalb sprechen wir noch ein wenig über: die liebe Familie - Schritt 12

 

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