Diabetes? Frag die Zuckertante!

Diabetes? Frag die Zuckertante!

Schritt 9 - ehrliche Zuckerwerte?

WAS schreiben Sie auf?

Die Zeit zwischen den Kontrollen ist fast schon Routine geworden - Sie leben Ihren Alltag nun "mit" dem Diabetes. Sie können nun schon gut einschätzen, wie sich der Blutzucker an ganz normalen Arbeits-Tagen verhalten wird und wie am typischen Wochenende.

Aufschreiben ist lästig

torteSie vergessen das eine oder andere Mal. Nichts liegt dann näher, als ins Bücherl "halt den Wert den ich immer habe" zu schreiben anstatt das Kästchen einfach leer zu lassen... und etwas später passiert es einmal, dass Sie anstatt der sonstigen guten Werte 250mg% messen, und Sie wissen genau, das ist auf die Torte zum Nachmittagskaffe bei Bekannten zurückzuführen - und "das ist ja eine Ausnahme, und sonst passiert so was nie" - und hast dus nicht gesehen, wird "150" eingetragen statt der tatsächlichen "250"... und das Bücherl, das sie zum Arzt mitbringen, verdient dann eher den Namen "Märchenbuch" statt "Tagebuch"...

Sagen Sie bitte nicht, das könnte Ihnen nicht passieren - es ist nur zu menschlich, "schöne" Werte herzeigen und ein angenehmes Gespräch mit dem Arzt haben zu wollen.

Das Messgerät vergisst nicht

zuckerbuechleinEin Blick in den Speicher Ihres Messgerätes und ein kurzer Vergleich, ob die Werte im Messgerät denen im Bücherl entsprechen, ist kein Zeichen von Misstrauen Ihnen gegenüber, sondern es soll  Sie und Ihren Arzt sicherer machen, worüber Sie da eigentlich reden. Denn Ihre Erfahrungen und Ihre Aufzeichnungen sind das wichtigste Material, mit dem Sie beim "Zucker-Einstellen" arbeiten, das HBA1c gibt ja nur einen Durchschnitts-Wert wieder und sagt z.B. nichts darüber aus, wie stabil oder labil die Zucker-Verläufe wirklich sind.

Also ob Ihr Blutzucker in "ruhigen Bahnen" verläuft: nach dem Essen steigt er um 80 bis 120 mg% an, nach einigen Stunden ist er wieder im Zielbereich, das dauert etwas länger oder kürzer je nachdem was Sie gegessen haben, funnktioniert aber allermeistens gut. Ihre Nüchtern-Blutzuckerwerte leigen in einem Bereich von z.B. 80 - 130mg%. Nach Bewegung sind Ihre Werte besonders gut. Das nennt man dann eine gute, stabile Blutzucker-Einstellung.

Wenn es nicht so gut läuft

Gerade dann sind ehrliche Aufzeichnungen wichtig! Sie wissen doch selbst, wo Sie mit Ihrer Zucker-Einstellung liegen - ein schlechteres HbA1c ist nur selten wirklich eine "Überraschung". "Schlechte", also zu hohe Zuckerwerte, oder viele Hypos (Unterzuckerungen): das sind Hinweise daruf, dass Ihre Therapie nicht passt. Vielleicht brauchen Sie andere Medikamente, oder eine andere Aufteilung Ihrer Medikamente über den Tag, oder,.... 

eisbecherJe mehr Notizen Sie in Ihren Aufzeichnungen machen, desto besser kann man damit arbeiten - schreiben Sie die "Extra-Nachmittags-Torte", die "Party mit Alkohol", den  "Stadtbummel mit Freundin und Eisbecher", den "Streit mit meinem Chef"  doch einfach dazu! Wenn Sie nicht gemessen haben, bleibt der Platz frei - das ist immer viel besser als ein "erfundener" Wert. Scheuen Sie sich nicht vor ehrlichen Einträgen, die Zuckertante hat schon alles Mögliche gesehen: "böser Streit mit XY"...."Stelze im Schweizerhaus!!!" ... "Konditorei XY, o je!!"... "1 Packung Mozartkugeln (groß)"... "Insulin wahrscheinlich vergessen"..."Tochter bei Nachprüfung durchgefallen"...."Scheídungsverhandlung"...

Wenn sich etwas Wichtiges in Ihrem Leben ändert,

wenn Sie z.B. plötzlich zu anderen Zeiten arbeiten müssen oder Nachtdienst machen, oder wenn bei einer Krankheit oder starken persönlichen Belastung die Blutzucker-Werte steigen, zögern Sie bitte nicht, sich an Ihren Arzt zu wenden.  Ich kann mit meinen Patienten viele kleinere Fragen und Probleme schon am Telefon lösen - bei gutem Grundwissen, mit Messgerät und regelmäßigem Kontakt sind auch schwierigere Situationen meist gut zu meistern!

Manchmal liegt es nicht an Ihnen, wenn Sie "unerklärliche" Werte messen.  Mehr dazu im Schritt 10: Stimmt die Technik?

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