Diabetes? Frag die Zuckertante!

Diabetes? Frag die Zuckertante!

Was denn nun - Typ 1 oder Typ 2?

Zwei ganz verschiedene Krankheiten

Typ 2-Diabetes

Um den dreht sich hier alles.
Es beginnt damit, dass der Körper unempfindlicher für das Insulin wird. Für das Insulin, das jede Zelle braucht.

vogel mit pfeil abwaerts
Deshalb produziert die Bauchspeicheldrüse anfangs immer mehr Insulin, um das auszugleichen. Und tut sich schwer damit. Und immer schwerer. Und erschöpft sich immer mehr.

Eines Tages kann die Bauchspeichedrüse nicht mehr genug Insulin erzeugen. Nicht genug, um den Blutzucker auf normaler Höhe zu halten. Egal, ob nun die Unempfindlichkeit für das Insulin oder die zu geringe Produktion überwiegt - beides führt dazu, dass zu wenig Insulin im Blut ist.

Zu wenig Insulin bedeutet: Zucker wird nicht richtig verwertet, sammelt sich im Blut an. Wird dort mehr. Der Blutzucker-Spiegel steigt. Lesen Sie Genaueres dazu im "Diabetesweg".

Erhöhter Zuckerspiegel im Blut ist gefährlich

  • für die kleinen Blutgefäße, die sich "verkleben " können   rufzeichen
  • kann deshalb die Augen und die Nieren schwer beschädigen.
  • steigert ganz massiv das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • wenn die Beine auch noch schlecht durchblutet sind und dann vielleicht noch eine kleine Druckstelle oder Wunde dazu komt, heilt das schlecht - das kann bis zur Amputation gehen.

" Altersdiabetes" = Typ 2-Diabetes

"Nicht insulinabhängiger Diabetes", "Alterdiabetes": das sind veraltete Namen für den Typ 2-Diabetes.

Heute kennen wir schon viele Kinder und Jugendliche, die Typ 2-Diabetes haben - denen kann man nun wirklich nicht sagen, sie hätten "Alterszucker"! Richtig heisst das jetzt: "Typ 2-Diabetes".

Behandlung

Typ-2-Diabetiker verbessern ihre Zuckerwerte durch:

  • Bewegung,
  • "Diät",
  • Gewichtsabnahme

vogerl auf hometrainerSchon fünf Prozent Gewichtsabnahme reichen, um den Stoffwechsel deutlich zu verbessern - das wäre eine Gewichtsabnahme von nur 5kg bei einem Menschen mit ca. 100kg Körpergewicht!

Am Beginn des Diabetes können Essen mit weniger Fett/Kohlenhydraten und Bewegung vollkommen genügen, um gesunde, fast normale Blutzuckerwerte zu haben.

pillenblisterSpäter kommen Tabletten dazu, die auf ganz verschiedene Weise den Zucker günstig beeinflussen.

Und wenn die Bauchspeicheldrüse sich auch mit Tabletten nicht mehr überreden lässt, für Sie genug Insulin zu produzieren, dann spritzen es die Typ 2-Diabetiker.

Zu den Tabletten und zum Insulin finden Sie viele Informationen im Bereich "Behandlung"! Wenn Sie wissen wollen, wie Ihre Tabletten wirken, schauen Sie nach in unserer "Medikamentensuchmaschine"!

Und wenn Sie es ganz genau wissen wollen, wenn Sie sich für mögliche Kombinationen von Tabletten interessieren, haben wir ein E-Book für Sie vorbereitet.

Pathologische Glukosetoleranz

Eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes: Der Körper kann Kohlenhydrate nicht mehr ganz richtig verwerten.

colaDas bemerkt man beim "oralen Glukose-Toleranz-Test", dem "Zucker-Belastungs-Test". Dabei trinken Sie einen halben LIter Wasser it vile Zucker drin, davor und danach misst der Arzt Ihren Blutzucker. So können Sie sehen, ob Ihre Bauchspeicheldrüse gut genug arbeitet, um in 2 Stunden den Zucker zu verarbeiten.

Menschen mit erhöhten Werten beim Test haben oft auch: höheren Blutdruck, hohes Cholesterin, erhöhte Harnsäure und Übergewicht. Das alles zusammen nennt man "metabolisches Syndrom" - das muss man nicht wissen. Sie kennen nun das Wort, wenn es Ihnen einmal begegnet.

Insulinresistenz

Im Verlauf des Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse zwar anfangs genügend oder sogar übermäßig Insulin, aber der Körper reagiert kaum mehr auf das Insulin im Blut.

Da kann es sein, dass man viel Insulin im Blut hat und trotzdem erhöhte Zuckerwerte. Das nennt der Arzt dann eine Insulin-Verwertungstörung (Insulinresistenz).

Diabetes mellitus Typ 1

eine Autoimmunkrankheit .

Ihr Körper bildet Abwehrstoffe, so wie sonst zB gegen Viren. Nur dass sich beim Typ 1-Diabetes diese Abwehr leider gegen genau die Zellen richtet, die das Insulin herstellen. Und die werden dann zerstört.

  • Typ 1-Diabetiker haben deshalb anfangs zu wenig Insulin im Blut und später keines mehr, wenn alle Zellen zerstört sind, die Insulin produzieren sollten.
  • Ohne Insulin kann man nicht leben.
  • Ohne Insulin bekommen die Zellen des Körpers keinen Energienachschub, sie können nicht mehr "auftanken".

Typ 1-Diabetiker spritzen Insulin von Anfang an.

pen gruenWeil sie selbst kein Insulin herstellen können.

Da hilft es auch nichts, Tabletten zu schlucken, die die Zellen anregen sollen, mehr Insulin zu produzieren - geht nicht, wenn diese Zellen gar nicht mehr da sind! Deshalb bringen die meisten Diabetestabletten den Typ 1-Diabetikern gar nichts.

"Jugendlicher Diabetes" = Diabetes Typ 1

"Insulinabhängiger Diabetes", "jugendlicher Diabetes", "kindlicher Diabetes" - das sind alte Namen für den Diabetes Typ 1.

"Typ 1 kann in jedem Lebensalter beginnen. Ich kenne eine Typ 1-Diabetikerin, die gleichzeitig mit ihrer Pensionierung erfahren hat, dass sie Diabetikerin ist. Der kann man schlecht sagen, sie habe einen "jugendlichen Diabetes" - nein, sie ist "Typ 1-Diabetikerin".

Nur fünf Prozent aller Diabetiker sind Typ 1- Diabetiker.

Diabetes Typ 1 ist nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln. Mit Insulin. Insulin für den Ruhestoffwechsel, Insulin für das Verarbeiten des Essens...

pen tuerkisTyp 1 Diabetiker kennen die Wirkung des Insulins gut, denn als Typ 1-Diabetiker versucht man ja, mit den Insulin-Spritzen die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse so gut wie möglich zu ersetzen.

Da gibt es einiges zu lernen: In der ersten Zeit nach der Entdeckung der Krankheit schon im Krankenhaus und dann immer wieder, in Kontakt mit den betreuenden Ärzten, in Kursen und Schulungen.

Mehr Wissen bedeutet mehr Unabhängigkeit!

Ein Diabetiker, der gut Bescheid weiß, ist heute nicht mehr auf genormte Mahlzeiten zu festen Zeitpunkten angewiesen, er oder sie kann Sport betreiben, Reisen unternehmen, seinen Beruf ausüben, Familie haben....

 Wir wenden uns vor allem an Typ 2 Diabetiker, ganz besonders an die, für die die Diagnose ganz neu ist. Wenn Sie Typ 1-Diabetiker sind, schauen Sie sich gerne trotzdem bei uns um! Wir haben Informationen über Insuline, über Tabletten, auch über die, die beim Typ 1-Diabetiker die Behandlung mit Insulinspritzen zwar nie ersetzen, aber manchmal unterstützen können.

Andere Diabetes-Formen

Es gibt noch andere, seltene Diabetestypen. Die Zuckertante wendet sich ja besonders an die Typ 2-Diabetiker. Wenn Sie wissen möchten, was es sonst noch so alles an Diabetesformen gibt, schauen Sie auf die Seiten von Jörg Möller (diabetesinfo.de).

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