Diabetes? Frag die Zuckertante!

Diabetes? Frag die Zuckertante!

FIT (intensivierte Insulintherapie)

Essen wann man will, (fast) was man will -  mit guten Zuckerwerten!

Insulin zum Essen + Basis-Insulin

heisst auch: FIt-Therapie. Basis-Bolus-Therapie. Intensivierte INsulin-Therapie.

Zu jedem Essen schnelles Insulin,  langwirksames Insulin als Basis, hohe Zuckerwerte mit schnellem Insulin rasch korrigieren.

Ganz flexibel - keine fixen Essens-Zeiten, keine fixen Essens-Mengen. Sie spritzen immer gerade so viel Insulin wie Sie brauchen. Wenn man's kann ist das die Insulin-Behandlung, die Ihnen die größte Freiheit gibt!

„Warum brauche ich Insulin wenn ich nichts esse?“

Unser Körper verbraucht dauernd Energie, die Zellen verwenden Zucker als „Treibstoff“. Der muss ständig angeliefert werden, rund um die Uhr. In den ersten Stunden nach dem Essen kommt der Zucker aus der Nahrung ins Blut, in den Zeiten zwischen den Mahlzeiten lässt unsere Leber aus ihren Zuckerspeichern Zucker ins Blut fließen – sonst müssten wir alle paar Stunden etwas essen!

Unsere Bauchspeicheldrüse muss rund um die Uhr Insulin erzeugen und ins Blut abgeben. Denn nur wenn Insulin da ist, kann der Zucker aus dem Blut in die Zellen hinein.  (Genau erklärt ist das hier.) Wenn die Bauchspeicheldrüse nur mehr sehr wenig oder gar kein Insulin herstellen kann, dann steigt der Blutzucker auch ohne dass man etwas isst.

Basis-Insulin

Langwirksames Insulin.

pen gruenDiabetiker spritzen es einmal oder zweimal täglich, damit immer genug Insulin im Blut ist, um den Zucker in die Zellen zu befördern.  Jeder Mensch braucht den ganzen Tag – und die ganze Nacht! -  über Insulin im Blut, damit unsere Zellen mit Zucker-Nachschub versorgt werden.  Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genug davon herstellen kann, muss man es eben täglich spritzen.

Insulin fürs Essen

pen rotNach dem Essen steigt der Blutzucker-Spiegel an. Die Bauchspeicheldrüse gesunder Menschen reagiert darauf mit mehr Insulin.  Bei Diabetikern funktioniert das nicht – sie spritzen deshalb zum Esen kurz wirksames Insulin, immer gerade so viel wie sie brauchen.  Das rechnen sie sich aus – und berücksichtigen dabei ihren aktuellen Blutzucker-Wert, den Kohlenhydrat-Gehalt des Essens und einige andere Faktoren: zum Beispiel ob siewegen einer Krankheit etwas mehr Insulin brauchen, oder ob sie nach dem Essen Sport machen oder körperliche Arbeit verrichten werden.

Korrektur-Insulin

Immer wieder wird der Blutzucker einmal nicht dort landen, wo man ihn gerne hätte. Wenn er zu hoch ist, spritzt man eine kleine Menge schnellwirksames Insulin um ihn wieder auf Normalwerte zurück zu führen.

Rechnen, rechnen...

Für das alles gibt es Regeln. Hört sich kompliziert an, ist aber ganz logisch. Diese Behandlungs-Form lernt man am besten in speziellen Kursen, die von den Diabetes-Kliniken und -Ambulanzen angeboten werden. Manche Diabetiker vergleichen das mit dem Führerschein – da muss man auch einiges lernen, ein guter Autofahrer wird man erst nach einigem Üben.

Das Spritzen eines kurzwirksamen Insulinpräparates vor den Mahlzeiten und eventuell zusätzlich Verzögerungsinsulin ein- oder zweimal täglich ist die ideale Art der Insulintherapie des Typ-2-Diabetes - bei größerer Freiheit kann eine bessere Diabetes-Einstellung, oft mit ganz normalen Blutzucker- und HBA1c-Werten erreicht werden!

Man muss dabei zwar häufiger Insulin spritzen und mehrmals täglich den Blutzucker messen, aber wer es ausprobiert hat, weiß, dass die größere Freiheit beim Essen und die damit bessere Lebensqualität diesen Mehr-Aufwand wert sind!

Vor allem hilft eine gute Diabetes-Einstellung, Komplikationen zu verhüten. Wenn mit häufigeren Insulininjektionen die Stoffwechseleinstellung verbessert werden kann und damit ernste Probleme an Auge, Niere, Füßen verhindert werden können, ist diese Art der Insulintherapie immer ein großer Vorteil.

Es macht Freude und gibt viel Sicherheit, wenn man erlebt, dass man den Blutzucker selbst "steuern" kann und so gute Werte hat, dass das Risiko für Spätschäden so gering wie irgendwie möglich gehalten wird.

 

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